Neuseeland und Australien

Radeln am anderen Ende der Welt, oder was sonst alles in die Hose gehtů

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Mittwoch 18.02.: Auckland

Auckland's Skyline

Am Morgen bin ich überraschend fit und fühle mich trotz des horrend langen Fluges ausgeschlafen. Der erste Programmpunkt, der mir heute am Herzen liegt, ist die Reparatur meines zerbrochenen Vorderradgepäckträgers. Brian, Chef vom Haus, empfiehlt mir seinen Kumpel aus der Autowerkstatt. Der guckt etwas irritiert, als er das filigrane Rohr des Tubus-Trägers sieht. Aber als Mann der Fiji-Inseln ist er improvisieren gewohnt. Die Zigarette auf dem Zahn und die Teetasse in der einen Hand begutachtet er das zerbrochene Stück und schreitet schließlich zur Tat. Mit seinem Elektroschweissgerät versucht er das dünne Metallrohr zu bändigen. Ich höre nur sein Fluchen und das wiederholte Gebrazzel des Schweißgerätes. Schliesslich zeigt er mir das Ergebnis - es sieht schaurig aus, aber die Rohre scheinen wieder miteinander verbunden zu sein. Beim Montieren knackt seine Schweißnaht aber bereits wieder weg, so dass er noch mal ran muss. Nach dem zweiten Versuch scheint es dann zu halten. Ob der Gepäckträger allerdings zweitausend beladene Kilometer überstehen wird, erscheint mir fraglich.

Was mir nun noch fehlt, ist eine gute Straßenkarte und diverser Proviant. Mit dem Bus fahre ich den langen Weg in Auckland's Innenstadt. Wegen der ständigen Erdbebengefahr sind die Häuser in den Wohnbezirken niedrig gebaut, der Flächenverbrauch ist entsprechend hoch. Die Stadt ufert sehr weit in das Umland aus. Mit dem Bus brauche ich länger als eine Stunde um in das Zentrum zu gelangen. Im Penny Farthing Cycle Store an der Khyber Pass Road schaue ich, ob ich eventuell Ersatz für meinen Tubus-Träger finde, leider Fehlanzeige!

Die Queen Street ist die geschäftige Einkaufsmeile der Stadt und führt bis zum Ferry Building am Hafen. Im Mapshop ist die Auswahl an geeigneten Straßenkarten gross. Ich entscheide mich letztendlich für den Kiwi Pathfinder Atlas für 24,95 $. Der hat einen anständigen Massstab und deckt das gesamte Land ab. Darüber hinaus enthält er detaillierte Regionalkarten sowie die Stadtpläne der wichtigsten Städte.

Das Wetter ist trübe, fotografieren lohnt heute nicht. Ich treibe mich ein paar Stunden eher ziellos in der Stadt herum und bekomme so einen ersten Überblick. Auffallend finde ich die starke Ähnlichkeit des Innenstadtbereiches zu Sydney. Der Baustil, die Einkaufsstrasse, der Fernsehturm, der Hafen, die Parkanlagen am Rande der Innenstadt wirken wie eine Miniausgabe von Sydney. Zum Ende meiner Tour gedenke ich, noch ein paar Tage Zeit zu haben, um mir Auckland näher anzusehen. Für heute lasse ich es gut sein und fahre zurück zur Skyway Lodge, wo ich mich auf meinen morgigen Start vorbereite.

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